Seilbahnen - Technik  
     

Wie bereits in der Startseite zum Thema Seilbahn erwähnt, sind sich die wenigsten Benutzer drüber im Klaren, mit welcher Technik sie es beim Seilbahnfahren zu tun haben. Deshalb - vor allem jedoch um viele Vorurteile abzubauen soll diese Seite dienen.

Die fahrbare Antriebsmaschine der kuppelbaren 6er Sesselbahn "Wanglspitz" , Tuxertal.
Bild: Zillertaler Gletscherbahn

Als grundlegende Einordnung der Bahntypen soll folgende Überlegung dienen:
Grundsätzlich muß man bei Seilbahnen zwei Prinzipien unterscheiden: Die Umlaufbahnen und die Pendelbahnen.

Beim Pendelbahnprinzip besitzt die Anlage in der Regel zwei Fahrzeuge. Jedes Fahrzeug hat seine eigene Fahrbahn und fährt auf ihr auf und ab. Daher die Bezeichnung "Pendelbetrieb". Die Fahrbahn wird dabei nicht gewechselt. Die Fahrzeuge sind bei diesem System verhältnismäßig groß - sie können Fassungsvermögen von über 100Personen besitzen. Dieses System wird vor allem dann verwendet, wenn sehr große Spannfelder zu überbrücken sind.

Das Umlaufprinzip hat viele Ausprägungen. Die einfachste Version davon ist der Schlepplift. Die Schleppgehänge durchlaufen zyklisch die Anlage. D.h. sie wechseln in den Stationen die Fahrbahn und kehren auf der zweiten Strecke zurück. Bei den fixen Seselliften geschieht es analog.
Anders sind hier die kuppelbaren Systeme. Hier werden die Fahrzeuge in den Stationen immer von Seil getrennt, verzögert und durchlaufen dann mit wesentlich geringerer Geschwindigkeit als auf der Strecke die Station. Anwendung findet dieses System bei Gondelbahnen und Sesselbahnen. Hier ist das aussteigen besonders angenehm und trotzdem kann auf der Strecke verhältnismäßig schnell gefahren werden. Als Folge steigt die Förderleistung der Anlage.

   
Sicher kann sich nun jeder vorstellen, daß letztere Systematik sowohl mechanisch als auch steuerungstechnisch die aufwendigste Lösung darstellt. Allein die sonst bei fix geklemmten Bahnen recht einfachen Klemmen, die die Fahrzeuge am Seil halten sind hier recht kompliziert. An dieser Stelle sei das Buch von Artur Doppelmayr empfohlen: "Denkanstöße zur Funktionserfüllung von Einseilumlaufbahnen". Darin sind u.a. auch die verschiedensten Klemmenkonstruktionen sowohl beschrieben als auch zeichnerisch gut dargestellt. Das Buch kann unter www.doppelmayr.com auch im Internet gelesen werden.
Blick aus dem Stationsgerüst auf die Strecke
Eine Seilbahn als sehr komplexes technisches Konstrukt läßt sich natürlich nicht in wenigen Seiten und ein paar Bildern beschreiben. Wer mehr über das "unbekannte" Transportmittel wissen möchte, der kann sich entweder mit uns in Verbindung setzen, oder beim nächsten Urlaub einmal selbst bei Betreibern nachfragen. Viele sind sehr auskunftsfreudig und führen einen Interessierten auch gerne etwas durch den Betrieb.